Jeder Zahntechniker hat irgendwann Kontakt mit Wachsen der Süddeutschen Firma Renfert aus Hilzingen, ein Familienunternehmen mit Tradition, die auch verpflichtet. Der Name Renfert ist Synonym für hohe und gleichbleibende Qualität, zuverlässig und das über viele Jahrzehnte. Renfert Wachse sind nur ein kleiner Teil des Angebots. 


 

Die Rezepturen für die Wachse werden natürlich gehütet, soviel ist aber bekannt:

Sie bestehen aus Naturwachsen, Paraffinen, Natur- und künstlichen Harzen, Farbpigmenten und Stellmitteln für Härte und Schmelztemperatur. Es werden teils über 20 verschiedene Stoffe zu zweckdienlichen, fein abgestimmten Werkstoffen legiert. Für die Entwicklung und Qualitätskontrolle gibt es spezialisierte Wachs-Chemiker, die Rohstoffe zum gewünschten Endprodukt vereinen. Kurios, dass es trotzdem Zahntechniker gibt, die lieber ihre eigene Mischung schmelzen.

Unsere Dentalwachse sind Hochleistungswerkstoffe, die entsprechend gehandhabt werden müssen, um ihre Eigenschaften voll ausschöpfen zu können. Überhitzung ist dabei das größte Problem, diese lässt sich heute am besten mit elektrischen Sonden regulieren. Selbst Ruß vom Bunsenbrenner kann bei Presskeramik unerwünschte Farbeffekte ergeben.

Wachse von Renfert sind in unserem Labor kaum mehr wegzudenken. Ob Guss- und Modellierwachse, Wachsfertigteile, Wachse für Modellguss, Wachsdrähte oder Wachse, die zum besseren Verständnis der Zahnfunktion in mehreren Farben zur Ausbildung zu Verfügung stehen, Renfert hat für jede Anwendung das passende Produkt.


 




Renfert goes digital.



Mittlerweile ist die klassische Weise, zu modellieren und zu gießen, in vielen Laboren ein gutes Stück durch digitale Fertigungsverfahren verdrängt worden. Heute modelliert man vermehrt digital und fräst die Form aus Kunststoff- oder Wachsrohlingen, um sie anschließend zu vergießen. Die Vorteile sind klar: Reproduzierbarkeit, vielleicht geringerer Zeitaufwand und gleichbleibende Qualität des Objekts bei wenig Nacharbeit.

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Mit der langjährigen Erfahrung hat Renfert einen großen Vorsprung bei Dentalwachsen. Dennoch hat man sich erst jetzt entschieden, nach langen Marktstudien und Produktanalysen, dem digital ausgestatten Labor ein entsprechendes Produkt, den “EASY blank wax“
Wachs-Rohling anzubieten. Da es bereits vieles auf dem Markt gibt fragt man sich zunächst, wozu man einen weiteren Anbieter braucht. Doch das macht neugierig, denn wenn Renfert jetzt damit kommt muss es schon etwas Außergewöhnliches sein.


 

Was erwarten wir von unseren fräsbaren Wachsen:



-Passt es in unser Spannsystem und wie lässt es sich darin befestigen, ist eigentlich eine lapidare Frage. Sie wird aber dann wichtig, wenn Wachse schrumpfen, nicht temperaturstabil oder schlicht zu weich sind.

-Kann ich meine gewohnten Fräser verwenden, oder muss ich einen eigenen Fräsersatz anschaffen, Ein- oder Mehrschneider, Hartmetall oder diamantiert.

-Welche Strategie muss ich zum Fräsen einsetzen, verkleben die Fräser, muss ich kühlen oder schmieren. Kann ich meine Absaugung verwenden, oder verkleben meine Filter.

-Kann ich etwas von Hand nachtragen.

-Verbrennt es rückstandslos…

Fragen über Fragen. Renfert hat uns dem Testmaterial zur Beantwortung dieser und noch vieler weiterer Fragen einen 5-seitigen Frage-Katalog beigelegt. Sie nehmen das Produkt offensichtlich sehr ernst.

Um es kurz zu machen, wir haben den Renfert Wachs-Rohling mit unseren Fräsmaschinen gehandhabt, wie alle anderen Softmaterialien auch, selbe Fräser und selbe Frässtrategie wie für Zirkon und Sintermetall. Die Fräser sind 2-schneidig diamantbeschichtet und wir fräsen trocken. Erstaunlicherweise gab es keinerlei Schlieren oder Klümpchen, stattdessen saubere kleine Bröckel-Späne, die von der Absaugung leicht aufgenommen wurden. Entsprechend war das Ergebnis, die erzielte Oberfläche war glatt und die Kanten scharf, soweit es die Frässtrategie ermöglicht. Auch die Fräser bleiben sauber.



Die Stege der Fräsungen haben wir mit einer Hartmetallspitze (Lindemann Fräse) entfernt und anschließend mit HM Fräsen ausgearbeitet (Bild 1). Es können alle Verzahnungen verwendet werden, die auch für andere Softmaterialien geeignet sind (Bild 2). Ausdünnen der Kronenränder geht ebenfalls sehr gut, weil das Wachs genügend Stabilität aufweist. Wir gehen sogar davon aus, dass wir den Winkel und die Stärke des Randbereichs noch deutlich reduzieren können.
 

Die gewählte blaue Farbe ist durch und durch homogen, es liegt also nahe, dass die Wachsqualität dies ebenfalls ist und es während der Fertigung nicht zu Entmischungen kommt. Verzüge durch unterschiedliche Mischungen dürfte es somit nicht geben. Versuche haben bei größeren Objekten Passungen im Bereich des technisch möglichen ergeben. Schichtdicken sind durch die Färbung leicht erkennbar, was Nachbesserungen des Fräsergebnisses einfach macht.


Okklusal kann nach Belieben verfeinert werden, einerseits durch schaben oder durch aufwachsen mit Modellierwachs. Für all diejenigen, denen gefräste Kronenränder nicht exakt genug sind bleibt die Korrektur durch entfernen und erneutes Auftragen von Zervikalwachs.

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Anstiften von Gußkanälen, Einbetten und Gießen oder Pressen bedarf keinerlei Umstellung von Einbettmassen oder Expansionswerten. Bestenfalls macht man alles ‚wie immer‘. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es, das Wachs lässt sich – wie die meisten Gusswachse – nicht scannen. Das ist wahrscheinlich der rückstandslosen Verbrennung geschuldet, weshalb keine trübenden Stoffe wie z.b. Zinkoxid oder Titanoxid enthalten sein dürfen. Darin erkennen wir auch den Unterschied zwischen Modellierwachsen und Gusswachsen. Ausgewiesene Scanwachse enthalten einen größeren Anteil von Trübungsmitteln.



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Die gegossenen oder gepressten Werkstücke zeigten keinerlei Reaktionen mit der Einbettmasse. Die Oberfläche der Güsse war so, wie wir sie eingebettet hatten. Einschlüsse waren keine erkennbar und Verzüge oder sonstige Formveränderungen waren nicht festzustellen (Bild 3 und 4). Gegossen wurde in Feguramed One-micro und C130MO, sowie Klasse4 Dreibettmasse. Gepresst wurde in Zubler Concept Vest mit nur sehr geringer Reaktionsschicht und JP-Vest ohne Reaktionsschicht. Alle außer C130MO wurden im Speed Verfahren angewendet.
 



Natürlich haben wir sowohl gefräste Teile aus dem Renfert Wachs-Rohling als auch die fertigen Produkte mit Arbeiten aus Rohlingen anderer Hersteller verglichen und dabei durchweg erstklassige Ergebnisse ermittelt. Auch wenn uns im Labor die Möglichkeiten einer genaueren Untersuchung fehlen bleibt dennoch ein sehr positiver Eindruck. 



Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Renfert Wachs-Rohlinge folgende Eigenschaften vereinen: Glatte Oberflächen, hohe Kantenstabilität bei gewohnter Frässtrategie, saubere Objekte und Fräser, korrigierbar durch Modellierwachse, geeignet für Speed-Guss oder Speed-Pressung. Ein gutes Produkt zu einem fairen Preis.

Weitere Informationen: Produkte für die digitale Fertigung

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Zahntechniker Meister bei Burkhardt Zahntechnik in Plochingen

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