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Abb. 1: Ein Videomikroskop ermöglicht eine gesündere Körperhaltung als klassische Vergrößerungswerkzeuge. (Bildquelle: Renfert)

Perspektivwechsel
Ergonomie am Arbeitsplatz bedeutet, den Menschen in den Fokus zu stellen; die Arbeitsbedingungen werden an ihn angepasst und nicht umgekehrt. In den „Zahnärztlichen Mitteilungen“ hieß es nach der IDS 1971 bezüglich Ergonomie, dass die Fachwelt „in Köln 1962 noch ohne Ahnungen, in Stuttgart 1965 sie als Modetorheit mitleidig belächelt, in Köln 1968 sie in den Mittelpunkt heftig umstrittener Standpunkte stellte und in München 1971 sie als allgemeines Gedankengut anerkannte.“ Und heute?

Auf der letzten IDS  sowie anderen bedeutsamen internationalen Messen in 2017 stand eher die Maschine im Fokus – die Digitalisierung der Zahnheilkunde. Die Meinungen dazu mögen geteilt sein. Definitiv gab es aber gute Beispiele dafür, wie digitale Technologie den Zahntechniker auch ganz konkret bei seinen traditionellen Tätigkeiten unterstützen kann. Dazu gehört u.a. ein innovatives Video-Mikroskop (EASY view 3D Dental Viewer, Renfert). Es ist eine Alternative zu Stereomikroskop, Lupenbrille & Co und ermöglicht eine gesündere Körperhaltung.

 

 

Gesundheitliche Problembereiche

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin benennt folgende Problembereiche hinsichtlich der Körperhaltung von Zahntechnikern: Bei groben Arbeiten wird der Oberkörper gekrümmt und leicht zurückgelehnt. Bei feiner werdenden Arbeiten nimmt die Kopfneigung zu. Im Extremfall verläuft die Kopfachse parallel zum Fußboden, der Sehabstand sinkt teils auf < 15 cm, der Blickwinkel ist > 38° zur Horizontalen nach unten geneigt. Problematisch sind auch der Bewegungsraum der Arme, die Beleuchtung usw. (1)

Speziell das klassische Mikroskop mit fixer Okularposition schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Typisch sind ein krummer Rücken, eine starre Kopf- / Nackenhaltung und eine unbequeme Sitzhöhe. Die Augen müssen verkrampft (und unbebrillt) an die Okulare gehalten werden. Das intensive Licht verursacht eine anstrengende Kontraktion der Pupillen. Die Folge solcher Belastungen sind Verspannungen, Ermüdungserscheinungen und damit erhöhte Fehler- bzw. Ausschussquoten.

 

 

Zeitgemäße Alternative

Dass es auch anders geht, zeigt beispielhaft der EASY view 3D Dental Viewer, dessen Entwicklung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wurde. Die Basis-Version umfasst eine Kameraeinheit mit integrierten Tageslicht-LEDs (5.000 K), einen 3D-Monitor samt Polarisationsbrille, Maus (Steuereinheit), Fußschalter (für Screenshots) und USB-Stick.

Beim Arbeiten nimmt der Zahntechniker eine aufrechte Sitzposition ein und blickt Richtung Monitor, Kopf und Nacken können frei bewegt werden. Es herrscht natürliches Umgebungslicht und das Tragen einer Brille ist unproblematisch. Für die Objektbetrachtung, Ausarbeitung und Qualitätskontrolle stehen eine 15- und eine 20-fache Vergrößerung im 2D- und 3D-Modus sowie vier verschiedene Objektmodi für eine werkstoffoptimierte Bildwiedergabe zur Auswahl.

 

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Abb. 3: Mehr Bewegungsfreiheit = weniger Verspannungen > bessere Leistungen

 

Appell

Der Rücken schmerzt, die Augen brennen… Was macht der Zahntechniker? Weiter. Auf Dauer rächt sich das – an allen Beteiligten. Krankheitsbedingte Fehlzeiten stellen für Betriebe eine enorme ökonomische Belastung dar. Die meisten Krankschreibungen entfielen in 2016 auf sog. Muskel-Skelett-Erkrankungen, jede zweite davon im Rückenbereich. (2) Auch in über 20 % aller Fälle von Berufsunfähigkeit liegt die Ursache im Skelett- und Bewegungsapparat. (3) Nur Mitarbeiter, die in einem ganzheitlichen Sinne gesund sind, können die in einem zukunftsorientierten Betrieb notwendigen Leistungen erbringen. Die ergonomischen Arbeitsbedingungen wirken sich nachweislich signifikant auf Produktivität und Qualität aus.

 

 

 

Quellen
(1) Broschüre „Sicherheit und Gesundheitsschutz für Zahntechniker. Tipps für einen gesundheitsverträglichen Zahntechnikerarbeitsplatz“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(2) Gesundheitsreport 2017 der DAK-Gesundheit
(3) Unabhängiges Analysehaus Morgen & Morgen
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Mira Ross-Büttgen ist seit 2007 als Freier Redakteur, Ghostwriter und PR-Texter für den Bereich Healthcare / Dental tätig. Vor allem computergestützte ...

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