Nachdem wir im Artikel “Was muss ein Dentalpinsel können?” die für Zahntechniker wichtigen Eigenschaften eines Pinsels ermittelt haben, zeigen wir nun, wie wir die Erkenntnisse bei der Entwicklung der lay:art style Dentalpinsel von Renfert umgesetzt haben. Der wichtigsten Einflussfaktoren für einen Dentalpinsel sind die Haare und die Fertigung der Pinselspitze.

Haare, eine Differenzierung
Nicht ohne Grund haben sich in den Anfängen die Aquarellpinsel aus Kolinsky-Haar als die geeignetsten herauskristallisiert. Die Belastbarkeit dieses Haares setzt sich von allen anderen Sorten deutlich ab. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich wiederum sehr deutliche Qualitätsunterschiede. »Kolinskyhaar« ist kein geschützter Begriff und jeder darf ihn verwenden, auch bei »minderwertigerem« Haar.
Zu den Qualitätskriterien kommt auch noch die Vorbehandlung der Haare, denn je nachdem wie viel Pflegeaufwand betrieben wird, hat das Pinselhaar später bessere oder schlechtere Eigenschaften.

Lösung:
Für unsere Anforderung brauchen wir das beste Haar. In diesem Fall ist es tatsächlich so, dass das Teuerste auch das Beste ist, der Preis ergibt sich durch ein diffiziles und exklusives Auswahlverfahren und durch die aufwändige Aufbereitung und Veredelung der Rohhaare.

Haarspitzen lay:art style

Haarspitzen lay:art style

Die Haare des lay:art style sind:

  • die Schweifhaare eines männlichen Kolinsky-Marders, die grundsätzlich die längsten und feinsten Spitzen mit der höchsten Spannkraft vorweisen
  • vom Winterfell eines älteren männlichen Tieres (ca. 3 – 5 Jahre)
  • von Tieren aus besonders kalten Regionen (Grenzgebiet Sibirien und China), deren Haare durch die Witterungsbedingungen besonders widerstandsfähig sin
  • aus einem bestimmten, weniger mechanisch strapazierten Bereich des Schweifes

Die Veredelung der Haare
Der natürliche Fettgehalt würde die Wasseraufnahme verhindern, zu wenig davon lässt die Spannkraft schwinden. Ich entwickelte ein Verfahren mit dem es möglich ist, den Fettgehalt der Haare genau einzustellen: so hoch, dass die Funktion der Wasseraufnahme gerade gegeben ist und die Spannkraft nur geringfügig nachlässt.

Fertigung
Die Berufe des Haarzurichters und Pinselmachers sind Berufe, die sehr stark auf ihre Traditionen zurückgreifen. Bei dieser klassischen Fertigung werden die Haare pyramidenähnlich angeordnet, d.h. in der Spitze sind die längsten Haare und nach außen werden die Haare immer kürzer.
Dieses Verfahren ist perfekt auf die klassische Nutzung eines Pinsels ausgelegt. Die Farbe kann hier besser aus dem Pinsel austreten. In der Zahntechnik wird der Pinsel jedoch entgegen der Haarrichtung geführt.

 

Nachteil für Zahntechniker
Befinden sich gerade sehr feine Haare in der Spitze, fällt die Spitze zu fein aus und erzeugt nur eine sehr geringe Steifigkeit und Spannkraft. Bei sehr kräftigen Haaren ist der Widerstand, den ein einzelnes Haar bei einer Belastung aufnehmen muss, sehr hoch und bricht leicht ab (reduzierte Lebensdauer).
Beim Aufnehmen werden sehr viele Haare einer hohen Belastung ausgesetzt (reduzierte Lebensdauer).

 

Lösung:
Ich entwickelte ein Verfahren, das es ermöglicht, die einzelnen Haare nach ihrer Qualität und dem Erscheinungsbild zu selektieren und gezielt an die im Dentalpinsel gewünschte Stelle zu platzieren. Die sehr fein auslaufenden Haare haben eine hohe Qualität in den Punkten Elastizität und Langlebigkeit.

Außerdem habe ich die Spitzenbildung neu konzipiert, indem die Anzahl der sehr feinen Haare in der Spitze zu einem hohen Haarverbund mit bisher ungekannter Steifigkeit gebündelt wurde. Durch die gleich langen Haare wird auch die Belastung auf die einzelnen Haare reduziert und die einwirkenden Kräfte werden zur Seite abgelenkt.

Neben den speziellen Eigenschaften wurde bei der Entwicklung der lay:art style Dentalpinsel auch viel Wert auf Design und Ergonomie gelegt.
Mehr über unsere lay:art Pinsel und Anmischplatten erfahren Sie unter www.lay-art.de

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Cim Özyurt ist Zahntechniker und Produktmanager bei der Renfert GmbH. Bei Renfert ist er unter anderem für den Produktbereich Pinsel zuständig. Und für ...

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