Wie war das früher? Ganz zu Beginn der Pinseltechnik im Bereich Keramik gab es nur die klassischen Aquarellpinsel für Maler. Danach wurden zwar immer wieder vereinzelt Anpassungen für den Dentalbereich vorgenommen, das Werkzeug Pinsel insgesamt aber nie wirklich neu überdacht. Einen “echten” Dentalpinsel gab es nicht.

lay:art style – Der erste spezielle Dentalpinsel

Ziel unserer Entwicklung war es einen echten Dentalpinsel, der möglichst alle unsere Bedürfnisse für das optimale Schichten von Keramik perfekt erfüllt, von Grund auf neu zu kreieren. Dafür musste ich mich sehr tief in die Technik der Pinselfertigung einarbeiten, um zu erfahren wodurch sich ein Pinsel besser eignet als ein anderer und wie ich diese Eigenschaften bei der Entwicklung beeinflussen kann. Einfache werbliche Behauptungen sollten ab jetzt nicht mehr genügen, denn von nun an gibt es klare Parameter, anhand derer sich die Qualität der Dentalpinsel messen lässt.
Werfen wir also einen Blick auf Anforderungen von Zahntechnikern an einen Dentalpinsel:

1. Kein Zahntechniker arbeitet wie der Andere

Ich musste zunächst herausfinden, welche Anforderungen von den meisten Zahntechnikern gestellt werden und musste dabei feststellen: Alle verlangen, dass sie ihre spezielle Arbeitsweise unverändert weiter ausleben können!
Ein Beispiel: Alle haben das gleiche Ziel, nämlich immer wieder den Pinsel in einen Zustand optimaler Befeuchtung und mit perfekter Spitze zu bringen. Jeder hat allerdings dafür seine ganz eigene,
unglaublich schnelle Routine entwickelt. Ein ganz individuelles und intuitives Bewegungsmuster: Pinsel ins Wasserglas, dann ausschlagen, auf dem Schwamm oder Tuch abstreifen oder tupfen, gegen die Tischkante schlagen, im Mund zuspitzen usw.

Die Anforderungen an Dentalpinsel sind sehr speziell.

Die Anforderungen an Dentalpinsel sind sehr speziell.

Sobald ein Pinsel durch einen kleinen Unterschied nicht mitmacht, gerät dieser ganze Prozess ins Wanken, wir kommen aus dem Rhythmus, und das kostet Zeit und Nerven. Weitere Teilprozesse unterscheiden sich je nach Zahntechniker deutlich voneinander, z.B. die Art zu schichten, den Pinsel zu halten und die Sorte der verwendeten Anmischplatte. Unmöglich, dass ein einzelner Pinsel all diese Unterschiede auffangen könnte.

Erkenntnis 1: Ich musste nicht einen, sondern mehrere Varianten eines Pinsels entwickeln, so dass jeder Techniker ein Werkzeug erhält, das speziell seine Routinen optimal unterstützt.

2. Die höchste Anforderung stellen wir an die Pinselspitze

Diese muss fein und gleichzeitig stabil sein. Zusätzlich soll sie eine sehr hohe Spannkraft und vor allen Dingen eine sehr hohe Lebensdauer aufweisen, sich leicht formen (zuspitzen) lassen und nicht auffächern. Alles Punkte, die eigentlich im Widerspruch zueinander stehen.

Erkenntnis 2: Die traditionelle Fertigungstechnik ist der Grund für diesen Widerspruch. Ich musste also diese Tradition hinter mir lassen und etwas konzeptionell komplett Neues entwickeln, um diese Gegensätze in Einklang zu bringen. Und ich hatte Erfolg.

3. Die komplexeste Anforderung gilt dem Feuchtigkeitskonzept

Die unterschiedlichen, individuellen Arbeitsweisen wie in 1. beschrieben, haben hier am meisten Auswirkung, so dass die Unterschiedlichkeit der Anforderungen in diesem Bereich am größten sind. Ein Pinsel hat zwei Momente bezüglich des Feuchtigkeitskonzepts:

  • Der Speicher (die Menge Wasser)
  • Der Transport (der Strom vom und zum Pinsel)

So unterscheiden wir nun zwischen großem und kleinem Wasserreservoir sowie zwischen schnellem und langsamem Wassertransport.
Wieso? Der Grund ist wieder die individuelle Arbeitsweise. D.h. je nachdem, ob ich den Pinsel leicht oder stark ausschlage, im Mund zuspitze oder über einen trockenen oder feuchten Schwamm drehe etc., beeinflusse ich das Feuchtigkeitsverhalten und dadurch die Konsistenz der Keramik. Nehmen Sie außerdem viel oder wenig Keramik auf, sind Sie länger oder nur punktuell am Zahn, haben Sie eine selbstbefeuchtende Anmischplatte oder steuern Sie mehr über die Feuchtigkeit im Pinsel usw.
Wie Sie sehen, sind viele Variationen möglich. Zusätzlich lässt sich bezüglich der Keramik im Groben sagen: Ist unsere aufzunehmende Keramik sehr feucht und von sehr lockerer Konsistenz, dann sollte der Pinsel der Keramik etwas Feuchtigkeit entziehen, damit sich die Keramik schneller und kontrollierter auf dem Pinsel platziert. Eine eher trockene, feste (gesetzte) Keramik braucht bei der Aufnahme einen zusätzlichen Feuchtigkeitsschub, um sich zu lockern und leichter aufgenommen werden zu können. Zahntechniker, die eher große Mengen Keramik aufnehmen, bevorzugen in der Regel eine stärkere Feuchtigkeitsabgabe als diejenigen, die eher kleine Mengen aufnehmen.

Erkenntnis 3: Bei meinen Untersuchungen konnte ich Erkenntnis 1 konkreter fassen, denn die Varianten des Pinsels müssen sich in ihrem Feuchtigkeitshandling unterscheiden. Ich konnte die Vielzahl der Anwendungsarten auf 8 spezielle Feuchtigkeits- und Formkonzepte zusammenfassen.

Somit ergaben sich für Renfert bei der Entwicklung eines neuen Dentalpinsels folgende Ziele:

1. Ein neues Konzept der Pinselfertigung erfinden,
das der andersartigen und härteren Beanspruchung der Pinselspitze gerecht wird

2. Die 8 Pinselformen so konzipieren,
dass die Unterschiede deutlich spürbar sind und dennoch die Spitze überall die Gleiche ist.

Im nächsten Teil zeigen wir Ihnen, wie wir diese Anforderungen bei der Entwicklung unserer lay:art style Pinsel berücksichtigt haben.
Mehr über unsere lay:art Pinsel und Anmischplatten erfahren Sie unter www.lay-art.de

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Cim Özyurt ist Zahntechniker und Produktmanager bei der Renfert GmbH. Bei Renfert ist er unter anderem für den Produktbereich Pinsel zuständig. Und für ...

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