Die Pinbohrung mag nur ein kleiner Arbeitsschritt auf dem Weg zu einem präzisen Modell sein, aber ein ganz wichtiger. Denn ist das Loch zu groß, wackelt der Pin und kann sich nachträglich lösen. Ist es zu klein, kann der Pin nur schwer eingebracht werden und verkantet oder verklebt vor dem vollständigen Einsetzen. Von brechenden Zahnkränzen beim Bohren oder korrosionsförderndem Gipsstaub im Bohrfutter als ›Präzisionskiller‹ mal ganz abgesehen. Kurz: Wer bei der Pinbohrung Punkte verschenkt, wird sie nachher nicht oder nur sehr schwer wieder aufholen können.

Seit 2001 verwende ich das Pinbohrgerät Top Spin, auch weil es für mich in gewisser Weise traditionelle Werte des Handwerks verkörpert: Es ist solide, gut und ›Made in Germany‹. Ein Gerät dieser Güteklasse muss man sich meist in seinem Zahntechnikerleben nur einmal kaufen. So war ich auch skeptisch, als Renfert mit einem neuen Modell gekommen ist. Als es mir zum Testen ins Labor gebracht wurde, habe ich es daher eingehend geprüft:

Bohrgenauigkeit von ≤ 0,01 mm

Bohrgenauigkeit von ≤ 0,01 mm

Präzision
Das Vorgängergerät war bisher das präziseste auf dem Markt, auch wenn es inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen ist. Letzteres hat sich im direkten Vergleich der beiden Geräte gezeigt. Umso mehr hat es mich gefreut, dass Renfert beim neuen Modell nicht nur die gleiche, sondern eine noch höhere Präzision hinbekommen hat. Durch einen speziellen Motor und eine neue Wellenlagerung garantiert Renfert eine Bohrgenauigkeit von ≤ 0,01 mm. Der optimale Bohrerrundlauf hat mich beeindruckt, Renfert hat nicht zu viel versprochen!

Prozesssicherheit
Überzeugt hat mich auch die gute Kombination von neuer Bohrergeometrie und gleichmäßigem Bohrtischwiderstand, durch die ich die Kraft beim Bohren gezielt dosieren und kontrollieren kann. Selbst filigrane Zahnkränze brechen nicht mehr. Durch die Anpassung der Bohrergeometrie und die niedrigere Drehzahl kann ich leichter und sicherer bohren. Die Abstimmung zwischen Drehzahl und Schneidekopfgeometrie ist gut gelungen. In Bezug auf die Umdrehungszahl, die früher 16 000 und nun 8 000 U/min beträgt, passt der Satz: Weniger ist manchmal mehr!

Langlebigkeit
Die zuvor beschriebenen Eigenschaften tragen sicher auch zu einer längeren Laufleistung des Geräts bei. Hinzu kommt die neue Gipsauffangschublade mit Füllstandanzeige, die für mich ebenfalls einen ›Langlebigkeits-Vorteil‹ darstellt. Wenn sich der Staub im Motorgehäuse absetzt, leiden darunter die Bohrgenauigkeit und der Motor. Jetzt fällt der Gips direkt in die Schublade, die sich leicht entleeren lässt.

Pinbohrer
Ich habe bislang mehrere hundert Löcher mit den neuen Pinbohrer gebohrt und bin mit ihrer Bohrleistung sehr zufrieden. Sie scheinen deutlich besser und stabiler zu sein als die Vorgängermodelle. Die geringere Belastung kommt sowohl dem Zahnkranz als auch dem Motor zugute – und natürlich auch dem Portemonnaie durch weniger Wechsel.
Die neuen Pinbohrer gibt es in drei Varianten: S, M und L. Wenn ein Labor die Pins von anderen Herstellern bezieht, ist diese Wahlmöglichkeit sicher sinnvoll.

Der neue Top spin glänzt auch durch den abnehmbaren Staubbehälter und die berührungslose Einschaltfunktion

Der neue Top spin glänzt auch durch den abnehmbaren Staubbehälter
und die berührungslose Einschaltfunktion

Ergonomie
Renfert hat die guten Eigenschaften vom Vorgängermodell – zum Glück – übernommen. Beispielsweise, dass man den Sockel drehen und das Gerät neigen kann. Auch die Griffmöglichkeiten, mit denen sich der Zahnkranz beim Bohren sauber fixieren lässt, sind erfreulicherweise geblieben. Neu hinzu gekommen ist die berührungslose Einschaltfunktion. So kann sich der feine Staub nicht mehr um oder im Schalter ablagern. Auch das Reinigen ist einfacher.

Top Spin Bohrer

Top Spin Bohrer

Fehlerpotenzial
Die meisten Ungenauigkeiten und Fehler beim Pinbohren passieren, wenn man den Tisch nach unten drückt und dieser Vorgang zu schwergängig ist oder der Bohrer zu viel Widerstand bietet. Dann hebt sich das Modell oder der Zahnkranz und man rutscht ab oder bohrt schiefe und in der Folge zu große Löcher. Dieses Problem wurde von Renfert nun auf ein Minimum reduziert, denn die neue Bohrergeometrie soll die Kraft beim Eintauchen in den Gips um bis zu 50 Prozent reduzieren. Und es stimmt: In Verbindung mit dem gleichmäßigen Tischwiderstand entsteht nun ein subjektiv ›butterweiches‹ Bohrgefühl, selbst bei Zahnkränzen aus Superhartgips, die übers Wochenende vollständig ausgehärtet sind …

Mein Fazit
Das neue Top Spin stellt für mich eine neue Generation von Pinbohrgeräten dar. Die guten Eigenschaften vom alten Gerät wurden bewahrt, und in Punkto Präzision und Prozesssicherheit wurde es deutlich verbessert. War das frühere Modell die Benchmark der Pinbohrgeräten, wird das neue Modell auch für die Zukunft wieder neue Maßstäbe setzen.

 

Weitere Informationen zum Top Spin

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Oliver Dreher absolvierte 1989 seine Prüfung zum Zahntechniker. Nach acht Jahren als angestellter Techniker arbeitete er von 1997 bis 2001 als Leiter eines ...

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