Rainer Zoppke: Ein Zahntechniker für Zahntechniker.

Von Herne um die ganze Welt: Rainer Zoppke ist in seinem Berufsleben viel herumgekommen. Als Zahntechniker hat er begonnen, mit einem BWL-Studium hat er den Weg in die Industrie gesucht und gefunden. Seine Karriere beschreibt er als logisch: schon früh gab er Kurse und Vorträge, in denen er sein Vertriebstalent entdeckte. Technische Innovationen und der direkte Draht zur Industrie haben ihn immer gereizt und durch seine Erfahrungen als Anwender und aus der Produktentwicklung kennt er viele Details des Dentalmarkts.

Im Interview spricht er über seine Aufgaben bei Renfert und beschreibt uns seinen Blick auf die Zahntechnik von heute und morgen.

Herr Zoppke, als Sales Manager und Direktor bei Wieland, Kerr oder SDI waren Sie bereits auf der ganzen Welt tätig. Was reizt Sie an Ihrer Arbeit bei Renfert?

Es war eine bewusste Entscheidung, zu einem deutschen, mittelständischen Traditionsunternehmen wie Renfert und weg von großen Konzernstrukturen zu gehen. Besonders die Tatsache, dass Renfert ein Familienunternehmen mit kurzen Entscheidungswegen und großer Flexibilität ist und so schnell auf Anforderungen und Marktbesonderheiten reagieren kann, war für mich sehr reizvoll. Die Erfahrung, die ich aus dem globalen Dentalmarkt in das Unternehmen Renfert einbringen kann, hilft uns dabei, neue Strukturen im Unternehmen aufzubauen. So möchten wir beispielsweise unsere Service- und Vertriebsmitarbeiter noch spezifischer einsetzen und unsere Händler noch besser schulen, denn wir möchten nicht nur Produktwissen, sondern umfangreiches Prozessverständnis vermitteln.
Einerseits sehen wir in unseren bewährten Kernmärkten viele Möglichkeiten, noch enger mit unseren Händlern zusammenzuarbeiten und die Wünsche unserer Kunden noch gezielter zu erfüllen. Andererseits sind es insbesondere junge Märkte wie Brasilien oder Fernost, in denen ich sehr viel Potential sehe. Auch hier ist es wichtig vor Ort präsent zu sein, um auch unsere Endkunden, beispielsweise durch Schulungen, noch besser zu betreuen.

Wo geht die Richtung hin, welchen Weg möchten Sie mit Renfert einschlagen?

Die nächsten Jahre bieten viele Herausforderungen. Renfert hat bereits ein sehr breites Produktportfolio in der dentalen Wertschöpfungskette. Und genau dieses Potenzial können wir noch stärker ausschöpfen. Ich möchte dazu beitragen, die Renfert Philosophie „making work easy“ in den Markt zu tragen. Hierbei geht es uns nicht um die einzelnen Produkte, sondern um zusammenhängende dentale Workflows. Wir decken zwar nicht alle Bereiche der analogen und digitalen Zahntechnik ab, aber unsere Produkte sind mit nahezu allen Arbeitsschritten eng verzahnt. Für unsere Kunden bedeutet das, dass Renfert auch zukünftig alles daransetzen wird, bewährte Arbeitsprozesse noch einfacher und innovativer zu gestalten. Ein tolles Beispiel hierfür ist unsere neue SILENT compactCAM Absaugung, mit der wir genau diesen Ansatz der Prozesserleichterung auch im digitalen Workflow verfolgen.

Sie haben gerade die digitale Zahntechnik angesprochen. Welche Trends sehen Sie in diesem Bereich?

Natürlich sehen wir bei Renfert die stets wachsende Bedeutung der digitalen Produktion. Gerade in der Halbzeugfertigung werden digitale Techniken eine immer wichtigere Rolle spielen und es wird sehr viel mehr vollanatomische, digitale Lösungen geben. Wenn es allerdings um die Veredelung geht, sind auch zukünftig manuelle Fähigkeiten gefragt, um den hohen ästhetischen Ansprüchen gerecht zu werden und um sich abzugrenzen.
Und auch hier kommt in vielen Bereichen Renfert ins Spiel, ich denke hier beispielweise an unsere lay:art Pinsel und Anmischplatten, die ein tolles Werkzeug sind, um mit modernen Materialien aus einem Stück Keramik einen ästhetischen und hochwertigen Zahnersatz zu erstellen.

Auch im digitalen Zeitalter gilt für mich die Tatsache: Beste Qualität ist die Passion in der Zahntechnik. Und gerade deshalb ist die von Hand individualisierte Restauration das Herzstück des qualitativ hochwertigen Zahnersatzes.

Also keine Revolution in der Zahntechnik?

Nein, klassische Workflows werden nicht kurzfristig aussterben. Die dentale Welt wandelt sich, aber sie wird nicht grundlegend neu erfunden werden. Immerhin steht der Einsatz von analogen Techniken gegenüber digitalen Prozessen noch immer in einem Verhältnis von 70% zu 30%.

Was würden Sie einem Zahntechniker, der sich mit neuen Trends und Entwicklungen auseinander setzt, raten?

Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass man Trends nicht blind hinterher laufen sollte. Ich bin der Meinung, dass es für einen Zahntechniker, gerade bei größeren Innovationen wichtig ist, für sich selbst gründlich zu prüfen ob eine Investition sinnvoll ist und ob sie im täglichen Einsatz einen echten Mehrwert für ihn und seine Kunden bietet. Durch den großen und schnellen Fortschritt bei den digitalen Prozessen, lohnt es sich vielleicht an der einen oder anderen Stelle genauer nachzurechnen. Wir Zahntechniker sollten uns auch im digitalen Zeitalter immer wieder auf die Tugenden des Berufsbilds besinnen und dennoch tolerant genug sein, um zu akzeptieren, dass die Vermischung von analogen und digitalen Prozessen das beste Ergebnis hervorbringt.

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