Nutzen Sie auch gerne ruhige Tage zum Ausspannen und Nachdenken? Ich schätze diese Möglichkeit zum Bilanz ziehen und zur Vorbereitung auf die vor mir liegenden Möglichkeiten. In den vielen Jahren meiner zahnärztlichen Tätigkeit wird mir dabei immer wieder bewusst, wie viel sich doch verändert hat und wie vielfältig die Entwicklungen noch sind: Welch breiten Raum nimmt z.B. inzwischen die Implantologie, die Adhäsivtechnik oder die auf CAD/CAM basierende Labortechnik ein und welche Optionen eröffnen sich tagtäglich neu für uns!

 

Zum anderen finden aber auch erstaunliche Entwicklungen statt: der Kariesbefall unter Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren ständig gesunken (lt. WHO und anderen Untersuchungen im Jahr1973 ein DMF-T-Index von 3,3 dagegen zuletzt 1,2!), und damit bei Werten angelangt, die wir vor einigen Jahren noch für utopisch hielten. Gleichzeitig scheint aber auch eine Konzentration auf bestimmte Risikogruppen stattzufinden, was neue diagnostische Ansätze und Betreuungsmuster verlangt. Bestes Beispiel dafür ist der demographische Wandel, dessen Ende nicht absehbar ist, der uns aber durch die Veränderung der Alterspyramide – die schon längst keine Pyramide mehr ist! – ebenfalls vor neue Aufgaben stellt: Schon heute beträgt der Anteil der über 60-jährigen an der  Gesamtbevölkerung 18,4 Mill. für das Jahr 2050 werden 25,2 Mill. prognostiziert, mit steigender Tendenz!

 

 

 

Während aber der abnehmende Kariesbefall unter Jugendlichen die Prophylaktiker freut, stellt die Betreuung unserer älteren Patienten uns vor neue, anspruchsvolle Aufgaben, zumal schon heute mehr als 500.000 Patienten allein in deutschen Altenpflegeeinrichtungen leben. Kennen Sie auch die oft frustrierenden Untersuchungs- oder Behandlungssituationen, bei denen Sie nur unzureichend der fortschreitenden Wurzelkaries oder der parodontalen Probleme oder der mangelhaften Mundhygiene an Zähnen und Prothesen Herr werden können?

 

Hier besteht sicher immenser Handlungsbedarf, bei den Zahnärzten und Laboren, die sich neue Behandlungsschemata überlegen müssen, bei den Trägern solcher Einrichtungen, deren Personal (lt. Statistik sind mehr als 80% der Pflegekräfte z.Z. kein Fachpersonal) für diese Aufgaben speziell geschult werden muss, und in der Infrastruktur, die durch Einsatz von neuen, speziellen Hilfsmitteln und Geräten, noch deutlich verbessert werden kann. Für mich beruhigend, dass sich für alle diese Aufgaben auch neue Möglichkeiten auftun, nicht zuletzt durch Entwicklungen in der  Dentalindustrie, durch neue Geräte und Hilfsmittel.

 

Also ein Grund, sich neu zu orientieren und mit Optimismus und Engagement die neuen Aufgaben anzugehen! Packen wir’s an.

 

 

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Dr. Hans-Joachim Kleber wurde 1957 geboren, und hat seine Schulzeit mit dem Abitur 1977 in Böblingen beendet und anschließend zwischen 1977 und 1982 in ...

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